Risikolebensversicherung Unisex-Tarif: Für Frauen drängt die Zeit

15 Oktober 2012 Kein Kommentar

Risikolebensversicherungen werden für Frauen nach dem 21. Dezember 2012 dramatisch teurer. Die Stiftung Warentest rechnet mit einem Preisanstieg von bis zu 55 Prozent durch die Einführung der Unisex-Tarife, durch die das Geschlecht als differenzierendes Kriterium wegfällt. Frauen, die einen derartigen Versicherungsschutz anstreben, sollten aus diesem Grund unbedingt vorher aktiv werden, um der Kostenexplosion aus dem Weg zu gehen.

Männer sollten warten
Genau umgekehrt ist das Bild bei den Männern. Diese sollten nach Möglichkeit bis zur Einführung der neuen Tarife warten, raten die Experten, denn durchschnittlich dürften sich die Prämien, die sie anschließend bezahlen müssen, etwas vergünstigen. Es sind überwiegend Männer, die in riskanten Berufen arbeiten und einen entsprechenden Versicherungsschutz benötigen. Solange nach Geschlechtern differenziert werden durfte, zahlten diese deshalb deutlich mehr. Durch die Einführung der Unisex-Tarife werden sie deshalb entlastet und die Frauen doppelt bestraft: Durch den großen Überschuss der Männer in den Risikolebensversicherungen erhöhen sich die Tarife für die wenigen Frauen, die diesen Schutz ebenfalls benötigen, noch einmal mehr.

Die gängigen Differenzierungskriterien
Neben dem Geschlecht wird bislang nach Gesundheitsrisiken (Übergewicht, Rauchen, etc.), riskanten Hobbys sowie Berufen differenziert. Diese Kriterien sollen nach der Einführung der Unisex-Tarife noch stärker gewichtet werden. Die Stiftung Warentest rät dazu, auch anschließend die einzelnen Versicherer genau zu vergleichen. In einer aktuellen Studie untersuchten die Experten des Hauses 33 Anbieter und stellten deutliche Unterschiede fest: Eine Nichtraucherin muss so zum Beispiel derzeit beim günstigsten Anbieter 78 Euro pro Jahr und beim teuersten Versicherer 261 Euro für zwölf Monate bezahlen. Die Tarife für eine Raucherin schwanken noch deutlicher: Die Preisspanne beträgt zwischen 181 und 401 Euro. Diese Schwankungen dürften nach dem Wegfall des Geschlechts als Differenzierungskriterium noch größer werden.